Die gute wissenschaftliche Praxis schreibt vor, dass man Inhalte und Gedanken von anderen Personen kenntlich macht und die Quellen benennt. Dies ist dann einfach, wenn ein Gedanke eindeutig und original einer Person zuzuordnen ist. In dem Einführungssatz wird es schon etwas komplizierter: Der Sachverhalt ist allgemein bekannt (und damit nicht im Original belegbar), und meine Formulierung orientiert sich an keiner mir bekannten Quelle - deswegen kein Zitat. Je nachdem, wie die Plagiate definiert werden, kann aber schon das bloße Wiedergeben eines Gedanken als "Fehlverhalten" gewertet werden. Müsste ich jetzt also das Netz nach dem Gedanken durchsuchen, um eine - eigentlich meine - Formulierung jemand anderem zusprechen zu können?
Auch bei Allgemeinwissen ist es nicht ganz einfach: Welche Quelle gebe ich an, um alltägliche Sachverhalte zu schildern? Welche Quelle für Allgemeinbekanntes? "Das Buch ist runter gefallen - blöde Schwerkraft (vgl. Newton, 1686)" - seriously?!
Das ist natürlich ein etwas überspitztes Beispiel, aber ich denke, es ist klar, wohin die Überlegung geht. Was ist überhaupt zitierbar, was nicht? Wo fängt der fremde Gedanken an, wo hört er auf?
Es ist klar, dass man nicht wörtlich aus Wikipedia in einem Lehrbuch zitieren kann, ohne dies zu kennzeichnen - es ist fraglich, ob man ÜBERHAUPT aus Wikipedia zitieren kann. Genauso kann man nicht bei Wikipedia aus einem urheberrechtlich geschützten Werk zitieren. Überhaupt kann man nur dann wörtlich zitieren, wenn man es kenntlich macht. Das Umformulieren eines Gedanken ist zulässig und angebracht, aber auch da muss die Originalquelle ihre Würdigung finden. Bei freien Übersetzungen - versteht sich eigentlich von selbst - verhält es sich genau so. Auch vergängliche Quellen - z.B. das Internet - müssen berücksichtigt werden. Die Vorgaben zum Zitieren aus Internetseiten sind klarer formuliert worden, je umgreifender das Phänomen wurde. Ich bin mir sehr sicher, dass es eine ganze Anzahl an wissenschaftlich fundierten und guten Arbeiten gibt, die keine einzige zitierte Internetseite aufbewahrt haben, und deren zitierten Seiten inzwischen nicht mehr vorhanden sind. Ebenso bin ich mir sicher, dass viele Wissenschaftler/innen die Vorgaben der DFG nicht kennen und die Konkretisierung dieser Vorgaben an der einzelnen Institution noch nie zu Gesicht bekommen haben.
Worauf will ich eigentlich hinaus?
Auf drei Dinge:
1. Die Grenze zwischen einer absichtlichen Täuschung, dem quellenlosen Aufgreifen eines einmal gehörten Gedanken und das Benennen von Allgemeinbekanntem ist sachlich nicht so klar festzustellen wie man es vielleicht vermuten würde. Natürlich muss Fehlverhalten geahndet werden - und zwar unerschrocken, korrekt, zuverlässig. Aber es sollte nicht darin ausarten, dass eine Hexenjagd begonnen und überall strafbares Fehlverhalten gesehen wird, wo keins ist.
2. Die wissenschaftlichen und Zitiervorgaben entwickeln sich im Laufe der Zeit. Es wäre schädlich, die aktuellen Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis z.B. auf die Arbeit von Goethe, Schiller, da Vinci oder Freud anzuwenden. Sie haben sich nicht an Regeln gehalten, die es zu deren Zeit noch nicht gab - und haben trotzdem einen wichtigen Beitrag geleistet.
3. An uns, das heißt an den Institutionen und Vorbildwissenschaftler/innen liegt es, den nachkommenden Generationen diese Regeln guter Praxis nicht nur systematisch vorzustellen, sondern v.a. auch vorzuleben. Ein/e Doktorand/in sollte sich niemals fragen müssen, wieviel Täuschung seine Arbeit oder die Wissenschaft verträgt, weil es einfach keine Alternative sein sollte.
Aber dann wären wir wieder in meiner idealen Welt, in der alle Wissenschaftler/innen sauber arbeiten und deren Verantwortungsbewusstsein jegliche externe Kontrolle überflüssig macht. Und ich frage mich, ob es eine solche Zeit schon einmal gab, und ob vielleicht dies den Mangel an Vorgaben zur Zeit von Goethe, Schiller, da Vinci und Freud erklärt...
PhD backstage
Was geschieht eigentlich alles im Hintergrund, während die Forschenden forschen, die Lehrenden lehren, die Betreuenden betreuen und die Promovierenden promovieren?
Samstag, 30. Juni 2012
Dienstag, 26. Juni 2012
Qualitätssicherung (Teil I)
Es gibt wenige Themen, über die man so viel schreiben könnte wie über die Qualitätssicherung im Promotionsverfahren.
Ich habe an einer anderen Stelle schon beschrieben, dass in Deutschland die Zulassungsvoraussetzungen und der Promotionsverlauf nicht so klar (im Sinne von starr) definiert sind wie in anderen Ländern. Natürlich gibt es Vorgaben durch die jeweilige Promotionsordnung, aber häufig findet man dort eine Klausel, die Ausnahmen erlaubt, ein “in der Regel“, “kann“ oder “soll“. Dies ermöglicht, das man mit sich immer wandelnden Bedingungen leichter umgehen kann. Und es gibt den Betreuer/innen eine größere Flexibilität, um z.B. vielversprechende Kandidat/innen anzunehmen, selbst wenn diese die formalen Voraussetzungen (noch) nicht erfüllen. Dann muss schon mal ein/e Kandidat/in aus einem fachfremden Studiengang einige Scheine nachholen - kann aber während dieser Zeit schon einmal forschen.
Ich kenne Leute, die bei der Beschreibung dieses Systems nur den Kopf schütteln oder doublefacepalming betreiben können. Es ist vielerorts undenkbar, dass ein solches System nicht in Seilschaften, Willkür, Korruption, Qualitätsabfall und weiteren Horrorszenarien endet.
Und wie ist es nun bei uns?
Tja, überraschenderweise funktioniert es. Nicht immer, nicht in JEDEM Fall, aber erstaunlich oft. Professor/innen wählen wirklich gute Kandidat/innen, und nicht irgendwelche Empfehlungen/Beziehungen (auch wenn dies ab und an der Fall sein kann). Die Promovierenden arbeiten sauber, zuverlässig, kreativ, diszipliniert, und kommen zu wirklich guten, innovativen Ergebnissen (nicht alles ist Sonnenschein, aus Missstände gehe ich noch bald genug ein).
Warum also funktioniert es, auch wenn die strukturellen/formalen Vorgaben oft relativ lasch sind?
Ich denke, aus zwei Gründen:
1. die Betreuer/innen lieben ihre Forschung, sind ihr verpflichtet und wollen wahrhaftig das Beste für sie. Da zählt das gute Ergebnis mehr als die gute Beziehung.
2. die wissenschaftliche Selbstkontrolle funktioniert: die Forscher/innen übernehmen Verantwortung für die Forschung.
Jedes Forschungsergebnis muss früher oder später an die wissenschaftliche Community kommuniziert werden, sei es als Veröffentlichung, sei es als Poster oder Vortrag. Und weil die Forscher/innen ihre Forschung so schätzen, lassen sie nichts durchgehen, was ihr schaden würde - schlechte Methoden oder unsaubere Arbeitsweise gleich dreimal nicht. Die Forscher/innen sind die härtesten und besten Kritiker der Forschung - deswegen ist es auch so wichtig, dass Promovierende so bald wie möglich lernen, ihre Methoden, Ergebnisse, Überlegungen etc. der wissenschaftlichen Community vorzustellen und an deren Kritik zu wachsen.
Ich finde es richtig und wichtig, dass jede Promotionsarbeit (ebenso wie jede Publikation) durch mehr als ein Augenpaar begutachtet wird - gerade bei der knappen Zeit, die den Gutachter/innen zur Verfügung steht, kann schon einmal etwas durchrutschen.
Aber im groben und ganzen vertraue ich darauf, dass das System funktioniert, dass die Wissenschaftler/innen ihre Verantwortung ernst nehmen und sich die Promovierenden in einem kritischen, fördernden Umfeld entwickeln können.
Und ich bete und hoffe, dass nicht immer mehr Fälle auftauchen, die dieses Vertrauen zunichte machen und den Wissenschaftler/innen aufgrund von einigen schwarzen Schafen immer mehr Fesseln auflegen...
Ich habe an einer anderen Stelle schon beschrieben, dass in Deutschland die Zulassungsvoraussetzungen und der Promotionsverlauf nicht so klar (im Sinne von starr) definiert sind wie in anderen Ländern. Natürlich gibt es Vorgaben durch die jeweilige Promotionsordnung, aber häufig findet man dort eine Klausel, die Ausnahmen erlaubt, ein “in der Regel“, “kann“ oder “soll“. Dies ermöglicht, das man mit sich immer wandelnden Bedingungen leichter umgehen kann. Und es gibt den Betreuer/innen eine größere Flexibilität, um z.B. vielversprechende Kandidat/innen anzunehmen, selbst wenn diese die formalen Voraussetzungen (noch) nicht erfüllen. Dann muss schon mal ein/e Kandidat/in aus einem fachfremden Studiengang einige Scheine nachholen - kann aber während dieser Zeit schon einmal forschen.
Ich kenne Leute, die bei der Beschreibung dieses Systems nur den Kopf schütteln oder doublefacepalming betreiben können. Es ist vielerorts undenkbar, dass ein solches System nicht in Seilschaften, Willkür, Korruption, Qualitätsabfall und weiteren Horrorszenarien endet.
Und wie ist es nun bei uns?
Tja, überraschenderweise funktioniert es. Nicht immer, nicht in JEDEM Fall, aber erstaunlich oft. Professor/innen wählen wirklich gute Kandidat/innen, und nicht irgendwelche Empfehlungen/Beziehungen (auch wenn dies ab und an der Fall sein kann). Die Promovierenden arbeiten sauber, zuverlässig, kreativ, diszipliniert, und kommen zu wirklich guten, innovativen Ergebnissen (nicht alles ist Sonnenschein, aus Missstände gehe ich noch bald genug ein).
Warum also funktioniert es, auch wenn die strukturellen/formalen Vorgaben oft relativ lasch sind?
Ich denke, aus zwei Gründen:
1. die Betreuer/innen lieben ihre Forschung, sind ihr verpflichtet und wollen wahrhaftig das Beste für sie. Da zählt das gute Ergebnis mehr als die gute Beziehung.
2. die wissenschaftliche Selbstkontrolle funktioniert: die Forscher/innen übernehmen Verantwortung für die Forschung.
Jedes Forschungsergebnis muss früher oder später an die wissenschaftliche Community kommuniziert werden, sei es als Veröffentlichung, sei es als Poster oder Vortrag. Und weil die Forscher/innen ihre Forschung so schätzen, lassen sie nichts durchgehen, was ihr schaden würde - schlechte Methoden oder unsaubere Arbeitsweise gleich dreimal nicht. Die Forscher/innen sind die härtesten und besten Kritiker der Forschung - deswegen ist es auch so wichtig, dass Promovierende so bald wie möglich lernen, ihre Methoden, Ergebnisse, Überlegungen etc. der wissenschaftlichen Community vorzustellen und an deren Kritik zu wachsen.
Ich finde es richtig und wichtig, dass jede Promotionsarbeit (ebenso wie jede Publikation) durch mehr als ein Augenpaar begutachtet wird - gerade bei der knappen Zeit, die den Gutachter/innen zur Verfügung steht, kann schon einmal etwas durchrutschen.
Aber im groben und ganzen vertraue ich darauf, dass das System funktioniert, dass die Wissenschaftler/innen ihre Verantwortung ernst nehmen und sich die Promovierenden in einem kritischen, fördernden Umfeld entwickeln können.
Und ich bete und hoffe, dass nicht immer mehr Fälle auftauchen, die dieses Vertrauen zunichte machen und den Wissenschaftler/innen aufgrund von einigen schwarzen Schafen immer mehr Fesseln auflegen...
Samstag, 23. Juni 2012
Promotion <> PhD
Um eins gleich von Anfang an klar zu stellen: Das Blog heißt zwar "PhD backstage", aber einen echten "PhD" vergeben nach wie vor die wenigsten Unis in Deutschland.
Nanu, ist PhD, also philosophiae doctor, nicht das gleiche wie in Deutschland z.B. der Dr. phil. (Doktor der Philosophie)? Mitnichten.
Über die genauen Unterschiede werde ich mich nicht im Detail auslassen (dafür bin ich keine Spezialistin), aber ganz grob gesprochen ist ein PhD eine Art Studiengang, in der Promovierende nach dem Bachelor (z.B. in den USA) oder nach dem Master (z.B. in China, Brasilien) i.d.R. eine Aufnahmeprüfung absolvieren, eine Reihe von Kursen besuchen, häufig anschließend eine weitere Prüfung (eine Art "Qualifying") ablegen, um sich dann auf eine eigene Forschungsarbeit zu fokussieren und eine Doktorarbeit (sog. "thesis") oder mehrere Publikationen in Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Durch diese Struktur gibt es Doktorand/innen-Kohorten, Jahrgänge, die gemeinsam das Studium (und die Arbeit) aufnehmen. Oft sind sie auch anders eingebunden (z.B. als Studenten immatrikuliert, tragen mit den üblichen Studienbeiträgen z.T. erheblich zum Etat der Einrichtung bei, haben eine Doktoran/innenvertretung etc.) und werden nicht von einer einzelnen Person, sondern von einer ganzen Kommission betreut.
In Deutschland wurde - vor der Bologna-Reform - die Promotion in der Regel nach Abschluss eines Diplom- oder Magisterstudienganges absolviert, gelegentlich auch nach dem Staatsexamen (auf den Fall der Medizin gehe ich einmal gesondert ein). Dabei ging man davon aus, dass die Person sich während des Studiums bereits ausreichend für die Durchführung der Forschungsarbeit qualifiziert hat und nur im Bedarfsfall ausgewählte Kurse oder Veranstaltungen besuchen sollte (bspw. zu einer bestimmten Forschungs- oder Messmethode). Auch weil die zuvor absolvierten Studiengänge in aller Regel sehr individuell beschritten wurden, war eine allgemeine Qualifizierung weder nötig noch praktikabel.
Anders also als in vielen anderen Ländern, war es hier eben nicht so, dass man sich "in eine Promotion einschreibt". Die Absprachen wurden viel individueller getroffen: Eine betreuende Person hat sich die Kandidatin/den Kandidaten angeschaut, Bildung, Lebenslauf, weitere Fähigkeiten etc. dabei berücksichtigt und dann entschieden, ob die/der Kandidat/in für eine Promotion geeignet erscheint und ggf. welche Lücken geschlossen werden müssen.Daraufhin hat sich die/der Promovierende (oft selbständig) das nötige Wissen angeeignet und mit der Forschungsarbeit losgelegt. Die Betreuungssituation war (und ist) dabei höchst unterschiedlich: von Promovierenden, die einmal wöchentlich mit der/dem Betreuer/in Rücksprache halten bis zu solchen, die die Betreuungsperson sehr selten (sowas wie einmal im Jahr) zu Gesicht bekommen. Ich stelle immer wieder fest, dass es schwierig ist, Absolvent/innen von anderen Ländern diese Unterschiede zu erklären, weil es ein komplett anderes Modell ist.
Durch die Bologna-Reform passieren nun einige Dinge:
1. der Bildungsweg (während des Studiums) gleicht sich an. Die Studiengänge sind stark strukturiert und bieten nicht mehr so viel Zeit und Möglichkeiten für andere Themen. Natürlich gibt es weiterhin eine große Vielfalt an Studiengängen, aber die Absolvent/innen eines Studiengangs haben dann doch mehr oder weniger das gleiche gemacht.
2. die Internationalisierung nimmt zu. Häufig wird der erste Abschluss an einem, der zweite Abschluss in einem anderen und die Promotion in einem dritten Land erarbeitet.
3. der Ruf nach Vergleichbarkeit einerseits und Qualitätssicherung andererseits wird immer lauter.
Ich will die Bologna-Reform an dieser Stelle nicht bewerten, sondern festhalten, dass damit eine Reihe von Änderungen auftreten, an die wir uns erst noch anpassen müssen.
Auch darüber geht es in diesem Blog.
Nanu, ist PhD, also philosophiae doctor, nicht das gleiche wie in Deutschland z.B. der Dr. phil. (Doktor der Philosophie)? Mitnichten.
Über die genauen Unterschiede werde ich mich nicht im Detail auslassen (dafür bin ich keine Spezialistin), aber ganz grob gesprochen ist ein PhD eine Art Studiengang, in der Promovierende nach dem Bachelor (z.B. in den USA) oder nach dem Master (z.B. in China, Brasilien) i.d.R. eine Aufnahmeprüfung absolvieren, eine Reihe von Kursen besuchen, häufig anschließend eine weitere Prüfung (eine Art "Qualifying") ablegen, um sich dann auf eine eigene Forschungsarbeit zu fokussieren und eine Doktorarbeit (sog. "thesis") oder mehrere Publikationen in Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Durch diese Struktur gibt es Doktorand/innen-Kohorten, Jahrgänge, die gemeinsam das Studium (und die Arbeit) aufnehmen. Oft sind sie auch anders eingebunden (z.B. als Studenten immatrikuliert, tragen mit den üblichen Studienbeiträgen z.T. erheblich zum Etat der Einrichtung bei, haben eine Doktoran/innenvertretung etc.) und werden nicht von einer einzelnen Person, sondern von einer ganzen Kommission betreut.
In Deutschland wurde - vor der Bologna-Reform - die Promotion in der Regel nach Abschluss eines Diplom- oder Magisterstudienganges absolviert, gelegentlich auch nach dem Staatsexamen (auf den Fall der Medizin gehe ich einmal gesondert ein). Dabei ging man davon aus, dass die Person sich während des Studiums bereits ausreichend für die Durchführung der Forschungsarbeit qualifiziert hat und nur im Bedarfsfall ausgewählte Kurse oder Veranstaltungen besuchen sollte (bspw. zu einer bestimmten Forschungs- oder Messmethode). Auch weil die zuvor absolvierten Studiengänge in aller Regel sehr individuell beschritten wurden, war eine allgemeine Qualifizierung weder nötig noch praktikabel.
Anders also als in vielen anderen Ländern, war es hier eben nicht so, dass man sich "in eine Promotion einschreibt". Die Absprachen wurden viel individueller getroffen: Eine betreuende Person hat sich die Kandidatin/den Kandidaten angeschaut, Bildung, Lebenslauf, weitere Fähigkeiten etc. dabei berücksichtigt und dann entschieden, ob die/der Kandidat/in für eine Promotion geeignet erscheint und ggf. welche Lücken geschlossen werden müssen.Daraufhin hat sich die/der Promovierende (oft selbständig) das nötige Wissen angeeignet und mit der Forschungsarbeit losgelegt. Die Betreuungssituation war (und ist) dabei höchst unterschiedlich: von Promovierenden, die einmal wöchentlich mit der/dem Betreuer/in Rücksprache halten bis zu solchen, die die Betreuungsperson sehr selten (sowas wie einmal im Jahr) zu Gesicht bekommen. Ich stelle immer wieder fest, dass es schwierig ist, Absolvent/innen von anderen Ländern diese Unterschiede zu erklären, weil es ein komplett anderes Modell ist.
Durch die Bologna-Reform passieren nun einige Dinge:
1. der Bildungsweg (während des Studiums) gleicht sich an. Die Studiengänge sind stark strukturiert und bieten nicht mehr so viel Zeit und Möglichkeiten für andere Themen. Natürlich gibt es weiterhin eine große Vielfalt an Studiengängen, aber die Absolvent/innen eines Studiengangs haben dann doch mehr oder weniger das gleiche gemacht.
2. die Internationalisierung nimmt zu. Häufig wird der erste Abschluss an einem, der zweite Abschluss in einem anderen und die Promotion in einem dritten Land erarbeitet.
3. der Ruf nach Vergleichbarkeit einerseits und Qualitätssicherung andererseits wird immer lauter.
Ich will die Bologna-Reform an dieser Stelle nicht bewerten, sondern festhalten, dass damit eine Reihe von Änderungen auftreten, an die wir uns erst noch anpassen müssen.
Auch darüber geht es in diesem Blog.
Viele schreiben über ihre Erfahrung als Doktorandin oder Doktorand (einfach mal googlen). Persönlich finde ich es eine gute Sache und habe es während meiner Promotion ebenso gehalten: In dem Blog http://monimays.blogspot.de/ habe ich alle möglichen Gedanken zu meinem Promotionsthema gesammelt, durchgekaut, kommentiert, auf den Kopf gestellt, Bücher zusammen gefasst, Autoren zitiert und kommentiert. Es war eine öffentliche Ideensammlung, zu der immer wieder auch Input von anderen kam. Auch habe ich einige spannende Menschen darüber kennen gelernt - die ich später zum Teil auch im Reallife getroffen und mich ausgetauscht habe. Und für mich war es am einfachsten, einmal gefasste Gedanken dort wieder zu finden und fort zu führen.
Seit Jahren erlebe ich nun als Geschäftsführerin der zentralen Graduiertenschule der FAU nun die Promotion hinter den Kulissen und überlege schon länger, darüber zu schreiben, weil ich es für ein wahnsinnig spannendes Thema halte.
Ich weiß, eigentlich sind Blogs tot und nur noch Mikroblogs vielversprechend. Versteht mich nicht falsch: es ist eine Kunst, sich in 140 Zeichen zu fassen. Aber diese Themen sind zu schade, um sie so kurz zu halten und zu wichtig, um sie nur auf einer sachlichen Ebene zu halten. Als Mensch habe ich auch eine emotionale Einstellung zu vielen Themen, die mir begegnen. Und darum geht es in diesem Blog: meine Arbeit, mein Alltag, aktuelle Entwicklungen, spannende Momente aus einer persönlichen Perspektive. Hier geht es nicht um offizielle Informationen, sondern um Kommentare einer Privatperson zu aktuellen Themen.
Wer sich für allgemeine/sachliche Informationen zur Promotion interessiert, den möchte ich auf den Blog der Graduiertenschule der FAU bzw. auf unseren dortigen Facebook-Auftritt oder Twitter-Account verweisen. Wer sich auf die eher persönliche Ebene einlassen will, ist hier goldrichtig.
Seit Jahren erlebe ich nun als Geschäftsführerin der zentralen Graduiertenschule der FAU nun die Promotion hinter den Kulissen und überlege schon länger, darüber zu schreiben, weil ich es für ein wahnsinnig spannendes Thema halte.
Ich weiß, eigentlich sind Blogs tot und nur noch Mikroblogs vielversprechend. Versteht mich nicht falsch: es ist eine Kunst, sich in 140 Zeichen zu fassen. Aber diese Themen sind zu schade, um sie so kurz zu halten und zu wichtig, um sie nur auf einer sachlichen Ebene zu halten. Als Mensch habe ich auch eine emotionale Einstellung zu vielen Themen, die mir begegnen. Und darum geht es in diesem Blog: meine Arbeit, mein Alltag, aktuelle Entwicklungen, spannende Momente aus einer persönlichen Perspektive. Hier geht es nicht um offizielle Informationen, sondern um Kommentare einer Privatperson zu aktuellen Themen.
Wer sich für allgemeine/sachliche Informationen zur Promotion interessiert, den möchte ich auf den Blog der Graduiertenschule der FAU bzw. auf unseren dortigen Facebook-Auftritt oder Twitter-Account verweisen. Wer sich auf die eher persönliche Ebene einlassen will, ist hier goldrichtig.
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