Es gibt wenige Themen, über die man so viel schreiben könnte wie über die Qualitätssicherung im Promotionsverfahren.
Ich habe an einer anderen Stelle schon beschrieben, dass in Deutschland die Zulassungsvoraussetzungen und der Promotionsverlauf nicht so klar (im Sinne von starr) definiert sind wie in anderen Ländern. Natürlich gibt es Vorgaben durch die jeweilige Promotionsordnung, aber häufig findet man dort eine Klausel, die Ausnahmen erlaubt, ein “in der Regel“, “kann“ oder “soll“. Dies ermöglicht, das man mit sich immer wandelnden Bedingungen leichter umgehen kann. Und es gibt den Betreuer/innen eine größere Flexibilität, um z.B. vielversprechende Kandidat/innen anzunehmen, selbst wenn diese die formalen Voraussetzungen (noch) nicht erfüllen. Dann muss schon mal ein/e Kandidat/in aus einem fachfremden Studiengang einige Scheine nachholen - kann aber während dieser Zeit schon einmal forschen.
Ich kenne Leute, die bei der Beschreibung dieses Systems nur den Kopf schütteln oder doublefacepalming betreiben können. Es ist vielerorts undenkbar, dass ein solches System nicht in Seilschaften, Willkür, Korruption, Qualitätsabfall und weiteren Horrorszenarien endet.
Und wie ist es nun bei uns?
Tja, überraschenderweise funktioniert es. Nicht immer, nicht in JEDEM Fall, aber erstaunlich oft. Professor/innen wählen wirklich gute Kandidat/innen, und nicht irgendwelche Empfehlungen/Beziehungen (auch wenn dies ab und an der Fall sein kann). Die Promovierenden arbeiten sauber, zuverlässig, kreativ, diszipliniert, und kommen zu wirklich guten, innovativen Ergebnissen (nicht alles ist Sonnenschein, aus Missstände gehe ich noch bald genug ein).
Warum also funktioniert es, auch wenn die strukturellen/formalen Vorgaben oft relativ lasch sind?
Ich denke, aus zwei Gründen:
1. die Betreuer/innen lieben ihre Forschung, sind ihr verpflichtet und wollen wahrhaftig das Beste für sie. Da zählt das gute Ergebnis mehr als die gute Beziehung.
2. die wissenschaftliche Selbstkontrolle funktioniert: die Forscher/innen übernehmen Verantwortung für die Forschung.
Jedes Forschungsergebnis muss früher oder später an die wissenschaftliche Community kommuniziert werden, sei es als Veröffentlichung, sei es als Poster oder Vortrag. Und weil die Forscher/innen ihre Forschung so schätzen, lassen sie nichts durchgehen, was ihr schaden würde - schlechte Methoden oder unsaubere Arbeitsweise gleich dreimal nicht. Die Forscher/innen sind die härtesten und besten Kritiker der Forschung - deswegen ist es auch so wichtig, dass Promovierende so bald wie möglich lernen, ihre Methoden, Ergebnisse, Überlegungen etc. der wissenschaftlichen Community vorzustellen und an deren Kritik zu wachsen.
Ich finde es richtig und wichtig, dass jede Promotionsarbeit (ebenso wie jede Publikation) durch mehr als ein Augenpaar begutachtet wird - gerade bei der knappen Zeit, die den Gutachter/innen zur Verfügung steht, kann schon einmal etwas durchrutschen.
Aber im groben und ganzen vertraue ich darauf, dass das System funktioniert, dass die Wissenschaftler/innen ihre Verantwortung ernst nehmen und sich die Promovierenden in einem kritischen, fördernden Umfeld entwickeln können.
Und ich bete und hoffe, dass nicht immer mehr Fälle auftauchen, die dieses Vertrauen zunichte machen und den Wissenschaftler/innen aufgrund von einigen schwarzen Schafen immer mehr Fesseln auflegen...
Ich habe an einer anderen Stelle schon beschrieben, dass in Deutschland die Zulassungsvoraussetzungen und der Promotionsverlauf nicht so klar (im Sinne von starr) definiert sind wie in anderen Ländern. Natürlich gibt es Vorgaben durch die jeweilige Promotionsordnung, aber häufig findet man dort eine Klausel, die Ausnahmen erlaubt, ein “in der Regel“, “kann“ oder “soll“. Dies ermöglicht, das man mit sich immer wandelnden Bedingungen leichter umgehen kann. Und es gibt den Betreuer/innen eine größere Flexibilität, um z.B. vielversprechende Kandidat/innen anzunehmen, selbst wenn diese die formalen Voraussetzungen (noch) nicht erfüllen. Dann muss schon mal ein/e Kandidat/in aus einem fachfremden Studiengang einige Scheine nachholen - kann aber während dieser Zeit schon einmal forschen.
Ich kenne Leute, die bei der Beschreibung dieses Systems nur den Kopf schütteln oder doublefacepalming betreiben können. Es ist vielerorts undenkbar, dass ein solches System nicht in Seilschaften, Willkür, Korruption, Qualitätsabfall und weiteren Horrorszenarien endet.
Und wie ist es nun bei uns?
Tja, überraschenderweise funktioniert es. Nicht immer, nicht in JEDEM Fall, aber erstaunlich oft. Professor/innen wählen wirklich gute Kandidat/innen, und nicht irgendwelche Empfehlungen/Beziehungen (auch wenn dies ab und an der Fall sein kann). Die Promovierenden arbeiten sauber, zuverlässig, kreativ, diszipliniert, und kommen zu wirklich guten, innovativen Ergebnissen (nicht alles ist Sonnenschein, aus Missstände gehe ich noch bald genug ein).
Warum also funktioniert es, auch wenn die strukturellen/formalen Vorgaben oft relativ lasch sind?
Ich denke, aus zwei Gründen:
1. die Betreuer/innen lieben ihre Forschung, sind ihr verpflichtet und wollen wahrhaftig das Beste für sie. Da zählt das gute Ergebnis mehr als die gute Beziehung.
2. die wissenschaftliche Selbstkontrolle funktioniert: die Forscher/innen übernehmen Verantwortung für die Forschung.
Jedes Forschungsergebnis muss früher oder später an die wissenschaftliche Community kommuniziert werden, sei es als Veröffentlichung, sei es als Poster oder Vortrag. Und weil die Forscher/innen ihre Forschung so schätzen, lassen sie nichts durchgehen, was ihr schaden würde - schlechte Methoden oder unsaubere Arbeitsweise gleich dreimal nicht. Die Forscher/innen sind die härtesten und besten Kritiker der Forschung - deswegen ist es auch so wichtig, dass Promovierende so bald wie möglich lernen, ihre Methoden, Ergebnisse, Überlegungen etc. der wissenschaftlichen Community vorzustellen und an deren Kritik zu wachsen.
Ich finde es richtig und wichtig, dass jede Promotionsarbeit (ebenso wie jede Publikation) durch mehr als ein Augenpaar begutachtet wird - gerade bei der knappen Zeit, die den Gutachter/innen zur Verfügung steht, kann schon einmal etwas durchrutschen.
Aber im groben und ganzen vertraue ich darauf, dass das System funktioniert, dass die Wissenschaftler/innen ihre Verantwortung ernst nehmen und sich die Promovierenden in einem kritischen, fördernden Umfeld entwickeln können.
Und ich bete und hoffe, dass nicht immer mehr Fälle auftauchen, die dieses Vertrauen zunichte machen und den Wissenschaftler/innen aufgrund von einigen schwarzen Schafen immer mehr Fesseln auflegen...
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